Vereinsgeschichte

Die„Nordangler Speeldeel“ wurde 1983 von 6 jungen Elternpaaren gegründet. Sie wollten für ihre Kinder in der Vorweihnachtszeit ein Märchenspiel auf Plattdeutsch  aufführen. Dass sich daraus eine Niederdeutsche „Speeldeel“ für die nächsten 30 Jahre entwickeln würde, war den Akteuren seinerzeit nicht bewusst. Das Märchen    

„Pöppedeiken“  

kam nicht nur bei den Kindern positiv an sondern auch bei vielen Erwachsenen. Es entstand Nachfrage.

So entschlossen die Akteure sich, ein kleines Spielpodest (3m x 3m) zu bauen und auf Tour zu gehen. Die Wanderbühne „Nordangler Speeldeel“ war zu Gast in Schulen, Gastwirtschaften und Feuerwehrhäusern. Überall kamen positive Rückmeldungen, sodass der Wunsch entstand, ein abendfüllendes Spiel einzuüben.

Der Spielleiter, Wolfgang Börnsen/Bönstrup, suchte ein Stück aus:                               „Als die Römer frech geworden ...“.  

Neue Spieler wurden hinzugewonnen, halbprofessionelle Leute für das Bühnenbild engagiert, ein gutes halbes Jahr geprobt  und schon war die  Premiere ausverkauft und viele Anfragen aus der Region mussten befriedigt werden. Die Qualität der Gruppe sprach sich herum und wurde im Mai 1986 durch den „Förderpreis der Lübecker Nachrichten“ gewürdigt.

Mit dem nächsten Stück       „De Nibelungen“        gastierte die  

Nibelungen Gruppe
1989/90

                                    „Nordangler Speeldeel“                                    als erste westdeutsche, niederdeutsche Theatergruppe nach der Wende im März 1990 in Malchow und Waren/Mecklenburg.

Es folgten die Abenteuer des „Ulenspeegels“, das erste Musical  „Sprottenkatrin“ und sicher ein Höhepunkt nicht nur der Bühne sondern auch für das niederdeutsche Amateurtheater : „De Slömer - dat Speel vun denn rieken Mann!“  Fast ausschließlich in Kirchen gespielt, wurde die Gruppe in den gesamten niederdeutschen Sprachraum eingeladen.

Slömer - dat Speel vun denn rieken Mann 1996/97

Wat ih wüllt...“ frei nach Shakespeare folgte; 

„ Een opsternaatsch Deern“ schloss sich an. Das Drama „Maria Flint“, gespielt in Gerichtssälen und anderen Sälen und am Originalschauplatz in Stralsund, beeindruckte Zuschauer und Presse.

Qualität spricht sich rum: So wurde die Speeldeel zur Eröffnung der Special Olympics nach Berlin eingeladen. Vor tausend Sportlern zog die Speeldeel ein "Special-Programm" durch, dass alle (fast) begeisterte.

S-H Revue 2007/08

Mit dem „Dodendanz“ war man Gast in vielen Kirchen/Domen und auf dem Kirchentag in Bremen. Die Revue „Schleswig-Holsteen op Platt“ nahm Land und Leute kritisch ins Visier. In veränderten Auszügen kam es zu Aufführungen im Landtag in Kiel wie in der SH-Vertretung in Berlin. Das Lustspiel „De Reis naa Kapstadt“ erfreute die Zuschauer, ebenso das Stück „Rockers gahn nich in Rente“, in dem die unbefriedigende Situation in Alters- und Pflegeheimen kritisch, aber auch komödiantisch vorgeführt wurde.  

Es folgte de "Weltünnergang": Ein aus dem Ruder gelaufenes Raumschiff nimmt Kurs auf die Güllepötte in Schnarup-Thumby. Es konnte bei allen Aufführungen der Weltuntergang verhindert werden. 

Darüber hinaus war die „Speeldeel“ in Polen, den USA, mehrfach in Berlin, um die niederdeutsche Sprache wieder in Erinnerung zu bringen oder bekannt zu machen.

Über die 30 Jahre ist die „Speeldeel“ fast mit jedem Stück in Malchow - Mecklenburg gewesen. Die niederdeutsche Sprache als Bindeglied der Menschen zu nutzen, gerade im Prozess der Wiedervereinigung, war und ist eine tolle Aufgabe.

Zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers sollte ein "Lutherstück" uraufgeführt werden.

Der Autor, Wolfgang Börnsen, Bönstrup, hatte 10 Jahre investiert, um ein authentisches Schauspiel zu schreiben. Es beschreibt weniger Luther selbst, sondern seine Umgebung, die einfachen Leute und deren Leben in der Zeit und ihres Umfeldes. Titel des Stücks:

"Lüüd, Luther un de Düvel" !

  Dazu fand ein "Casting" statt, um für das gewaltige Stück neue Spieler zu gewinnen. Über 40 Personen und über 90 Proben wurden nötig, um dieses Werk auf die Bühne zu bringen.

 Zuerst planten wir, ein eigenes Theaterhaus/-scheune zu etablieren. Die Planung wurde von der Eigentümerin, von den Kommunen und den Behörden positiv begleitet. Sie scheiterte letztendlich am  Aufwand und an einem geeigneten Betreiber der "Kulturscheune".

So nahm uns die Kirchengemeinde Grundhof auf und stellte uns die Kirche zur Verfügung.  Der bekannte Künstler, Uwe Appold, Flensburg - Unewatt, schuf ein eindrucksvolles Bühnenbild.

"Lüüd, Luther un de Düvel" bescherte uns ausverkaufte Vorstellungen in Grundhof, weitere Aufführungen in Berlin zum Kirchentag 2017, im Schleswiger Dom, in der St.-Jürgen-Kirche in Flensburg und in der "Heiligen-Geist-Kirche" in Rostock.


Die „Nordangler Speeldeel“ ist bei allem Aufwand immer eine Wanderbühne geblieben. Das stellt alle Akteure immer wieder vor große Probleme, die jedoch durch die Freude an der Gruppe wie auch an dem Niederdeutschen Theater stets bewältigt wurden.

Rund 30 Personen sind es heute, wenn sie unterwegs ist: Vom angestellten Handwerker über Selbstständige, Soldaten, Lehrer, Leuten in Führungspositionen, Hausfrauen, Krankenschwestern bis zur Bankkauffrau sind alle  Sozialschichten gleichberechtigt dabei.

Da alle Spieler, Techniker und andere helfende Personen in vollem Berufsleben standen, entwickelte sich ein Rhythmus der Proben und des Aufführens: 1 Jahr proben, 2 Jahre spielen. Gab es Geld für die Aufführungen und war etwas über, wurde dieses für soziale Zwecke in der Region gespendet.

Die Gruppe versteht sich als Freundeskreis mit dem Ziel, die plattdeutsche Sprache und das niederdeutsche Theater zu pflegen und weiter zu entwickeln.

Sie ist Mitglied im Niederdeutschen Bühnenbund Schleswig-Holstein.


Über 35 Jahre steht Wolfgang Börnsen an der Spitze dieses Spielkreises und ist Motor des Ganzen:

Theaterstücksucher, -übersetzer, -schreiber, Regisseur.

35 Jahre gehen auch nicht an den Akteuren spurlos vorbei. So ist es leider so, dass fast alle Spieler inzwischen im Renten- oder Pensionsalter sind.

Jüngere Leute tun sich schwer mit dem zeitlichen Aufwand, der  für ein solches Hobby nötig ist. 

Querschnitt über 30 Jahre


 

 

 

 

 

 

 

Kontakt:

Tostännig för

- Alles: 

Jürgen Bachmann

Zu den Lücken 1

24977 Westerholz

04636 245 

bachmanns@t-online.de 

 

- de Geschäften: 

Wilhelm van de Loo

Breitenstein 17

24989 Dollerup

04636 97 99 66 

wvdl@gmx.net 

 

Pinunsen u. Intrittskorten:

Brigitte Andresen

Sonnholm 2

24977 Westerholz

04636 248

gitte.andresen@gmx.de  

 

Stücken un Speel:

Wolfgang Börnsen

Dorfstraße 15

24977 Grundhof/Bönstrup

04636 286

wolfgang.boernsen@t-online.de


Technik:

Wolfgang Bühr

Dorfstraße 13

24977 Grundhof/Bönstrup

04636 8458

buehr@t-online.de